Vor ca. 15 Jahren war im „GEO-Heft“ (Februar 2008) ein Artikel über das Eidgenössische Feldschiessen 2007. Interessant ist der Vergleich von damals mit der Gegenwart.

Damals wollte die GSoA (Gruppe Schweiz ohne Armee) das Militär ganz abschaffen, andere wollten die Militärausgaben auf ein Minimum reduzieren. Und vor allem wollte man keine Waffen mehr zu Hause haben. In Europa war es friedlich geworden, viele wollten von Landesverteidigung nichts mehr wissen.

Die Protestbewegung gegen die Schützen und das Militär brachte die Zeitschrift „Annabelle“ im September 2006 in Gang. Einige ihrer Vorwürfe waren sicher berechtigt, z.B. Waffen an Rekruten abzugeben, die nicht verantwortungsvoll damit umgehen konnten oder das Gewehr im Schrank oder auf dem Estrich deponieren. Eine Waffe gehört im Waffenschrank sicher und gut abgeschlossen aufbewahrt.

Wohnquartiere rückten näher an die Schiessstände heran, die Grundpreise dort waren billig – wegen dem Schiesslärm! Aber irgendwann musste der Schiessstand trotzdem weichen, Beispiel Allschwiler Weiher.

Viele ältere Schützen, die schon lange keinen Militärdienst mehr machen müssen, können noch aus der Zeit vom 2. Weltkrieg erzählen, als sie die Landesgrenzen verteidigen mussten. Einer davon ist Edgar Strub, Mitglied der Schützengesellschaft Liestal. Er wird am Nationalfeiertag, am 1. August 2022 100 Jahre alt – und ist immer wieder gut für eine interessante Geschichte aus seinem Leben. Ausserdem ist er ein aktiver Pistolenschütze, der auch 2022 am Eidgenössischen Feldschiessen teilnehmen wird und vielleicht sogar einen Kranz mit nach Hause nehmen darf. Und der auch, trotz seines hohen Alters, immer noch fleissig im Verein mithilft.

Auch im Jahr 2007 nahm ein 100jähriger am Feldschiessen teil, Paul Lienin, der im Allschwiler Weiher-Stand zu Hause war, Edgar Strub und Paul kannten sich gut.

Seitdem der Krieg in der Ukraine ausgebrochen ist, hat jedoch wieder ein Umdenken über das Militär und die Landesverteidigung stattgefunden. Jedermann sucht wieder Sicherheit und Schutz, die Waffenverkäufe haben zugenommen, die Schützenvereine haben wieder Mitgliederzuwachs.

Die Schweizer Bevölkerung hatte bis jetzt ein gutes Leben und möchte das auch in Zukunft haben! Die Verteidigungsbereitschaft nimmt wieder zu , um potentielle Angreifer abzuschrecken. Vielleicht nehmen auch die Teilnehmerzahlen am diesjährigen Eidgenössischen Feldschiessen wieder zu, als kleiner Beitrag zur Verteidigungsbereitschaft der Schweizer Armee.

Denn, wie Friedrich von Schiller vor langer Zeit, leicht abgewandelt, sagte: Niemand kann in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt! (Original: Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem Nachbar nicht gefällt)

Wer verteidigungsbereit ist wird weniger angegriffen!

Monika Hotz, Sissach